Schlaflose Nacht


Ursula Patzschke


Die Nachtluft streichelt zärtlich meine Haut,
und meine Augen ruh'n im Dunkel aus.
Die Straße, die so überlaut,
ist ganz verlassen, Ruhe ist im Haus.

Die Menschheit scheint nicht mehr zu existieren,
kein Laut, kein Auto, nicht einmal ein Schritt.
Man glaubt, das Atmen der Natur zu spüren,
und langsam teilt die Stille sich mir mit.

Niemals am Tag empfand ich solche Stunden
der Einheit zwischen dieser Stadt und mir,
wohl anonym und trotzdem eingebunden.
Ich wünscht', dass dies Gefühl ich nie verlier'.

Des Tages Konto ist nun ausgeglichen,
wohl hatte ich Verlust, doch auch Gewinn,
ich bin entspannt, die Nerven glatt gestrichen
geh' ich zurück und leg' mich wieder hin.

Nun schmiegt mein Bett sich an mich warm und weich,
verweht ist alles, was mir Sorgen macht.
Jetzt, ungerufen, kommt der Schlaf sogleich
und zieht mich sanft hinab ins Tal der Nacht.

(c) Ursula Patzschke (Erben) / Halle


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