Na Sonne, dann leg mal los


Theo Floßdorf

(Beitrag zum Thema "Neubeginn" für die BLAutor-Herbsttagung 2012.)


Noch ist’s dunkel. In den Nestern
kuscheln Federknäuel rum,
träumen jetzt, vielleicht von gestern.
Kleine Schnäbel atmen stumm.

Vielleicht schnarchen sie ein bisschen,
nur ganz leise, das ist klar,
zugedeckt mit Federkissen,
einem Federkleid sogar.

Wird der Traum sich freundlich geben?
Spielt ein Regenwurm drin mit,
prall und saftig, schmackhaft eben,
gut gewürzt mit Hundeschiet?

Oder spukt, was immer schadet,
so 'ne Katze durch die Nacht,
dass man aufschreckt, schweißgebadet,
und der Puls, der jagt und jagt?

Noch ist's dunkel. Ganz von ferne
huscht ein Strahl, unwirklich weich,
mischt sich mit dem Licht der Sterne,
erst im Infrarotbereich.

Doch schon bald wird sie aufgehen,
unsre Sonne, strahlend, groß.
Freund und Feind werden uns sehen.
Na Sonne, dann leg mal los.

(c) Theo Floßdorf / Bergheim (Rhein-Erft)


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