Ein Stückchen Lebensplanung


Theo Floßdorf

(Beitrag zum Thema "Entscheidung" für die BLAutor-Herbsttagung 2011.)


Jeder Mann, und ich kann nur aus der Sicht eines Mannes reden, wird irgendwann vor die Entscheidung gestellt: Will ich meiner Persönlichkeit ein Machogehabe geben oder nicht?

Wer sich für "ja" entscheidet, wird in Folge viele weitere Entscheidungen quasi unter diesem Vorzeichen treffen müssen.

Beispielsweise die Frage: Will ich, ich persönlich, Kinder haben? Also selbst gemachte Kinder, nicht etwa geliehene, wie Nichten und Neffen, wie Nachbarskinder und solche, denen man unversehens begegnet, die man ins Herz schließt, weil sie alle nunmal kleine Sonnenscheine sind.

Nein, gemeint sind eigene Kinder, Solche mit den eigenen Genen, die ja doch immer besser sind, als die Gene wildfremder Leute.

Ein "nein" zum eigenen Kind bewahrt davor, viele weitere Entscheidungen treffen zu müssen oder zu dürfen, je nachdem, wie man das sehen mag.

Ein "ja" wirft sofort die Frage auf: Zeuge ich nun eine Tochter oder einen Sohn? Vom reinen Arbeitsaufwand her dürfte das vergleichbar sein. Das also ist kaum ein Kriterium. Vielleicht aber, und das halte ich durchaus für bedenkenswert, sollte man die Frau, die als Mutter der zukünftigen Kinder geplant ist, in seine Überlegungen einbeziehen, sie vielleicht sogar mitentscheiden lassen.

Bei uns damals war das zwar anders. Ich habe mir, wir haben uns solche Fragen nicht gestellt. Die Kinder kamen einfach irgendwann. Außerdem sind meine Frau und ich ziemliche Dickköpfe, was uns beide dazu bringt, unsere Meinungen mit allen Mitteln durchzusetzen, natürlich nur mit den legitimen Mitteln.

So hatte meine Frau immer den Wunsch nach höchstens zwei Schwangerschaften. Ich hingegen wünschte mir von jeher drei Kinder. Ich habe beim zweiten Mal eben Zwillinge gezeugt. Fertig!

Viele Väter entscheiden sich für Söhne, obwohl doch jeder weiß, dass Väter mit ihren Söhnen später einmal derartig aneinander geraten werden, dass sie sich vielleicht doch besser für Töchter entschieden hätten.

Töchter sind fleißiger, zarter, anhänglicher und sehen auch besser aus. Töchter behalten, falls ihre Ehe später mal geschieden werden sollte, das Auto, das Haus, das Segelboot, die Ferienwohnung und die Kinder, die ja schließlich unsere Enkel sein werden.

Wie entscheidet man sich nun?

(c) Theo Floßdorf / Bergheim (Rhein-Erft)


zurück zur Seite Theo Floßdorf
zurück zur Seite Vita und Werke
zurück zur Startseite

Ein Stückchen Lebensplanung

BLAutor - Arbeitskreis blinder und sehbehinderter Autoren - www.blautor.de