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Simon Kuhlmann


(Kolumne im BLINDzeln Newsletter)


Hurra, am 29. Mai ist es endlich so weit. - Eine große Gruppe wird jetzt wohl in meinen Jubel mit einstimmen, während eine andere Gruppe fragt: "Häää?". Und schließlich sind da noch die Leute, die zwar wissen, wieso ich juble, aber beim besten Willen nicht verstehen können, warum ich mich so auf den diesjährigen Eurovision Song Contest in Oslo freue. Bis vor ein paar Monaten hätte ich das auch nicht verstanden. Wenn ich mich recht entsinne, hab ich mir den Grand Prix in meinem ganzen Leben bisher nur zweimal angeschaut und das auch nur aus Neugier, wie schlecht Guildo Horn bzw. Stephan Raab abschneiden würde. Dann habe ich dieses Jahr aber die Show "Unser Star für Oslo" im Fernsehen gesehen und war begeistert. Das war eine Castingshow ohne Dieter Bohlen und Stephan Raab war überhaupt nicht so arrogant, wie ich ihn immer fand. Hier war niemand schändlich schlecht und wurde vorgeführt und runtergemacht, sondern alle Sängerinnen und Sänger wurden konstruktiv kritisiert. Eine Kandidatin war Lena Meyer-Landrut und ich wusste schon in der ersten Ausgabe von "Unser Star für Oslo", dass sie für Deutschland nach Norwegen fahren würde. Anfangs hat mich das aber tierisch aufgeregt: Es konnte doch nicht sein, dass ein Mädel, das absolut nicht singen konnte, nur gewann, weil es total durchgeknallt war. Mit der Zeit merkte ich dann aber, dass Lena durchaus singen konnte und begann auch, ihre Durchgeknalltheit zu lieben. Sie war nicht gespielt, sondern natürlich. Lena war halt so. Und als sie dann tatsächlich das Finale gewonnen hatte, freute ich mich sehr darüber und tue es immer noch, denn glaubt mir: Im Gegensatz zu Guildo Horn und Stephan Raab hat Lena wirklich die Chance, in Oslo den ersten Platz zu machen.

(c) Simon Kuhlmann / Königswinter


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