Eingeschlossen


Sara Rietz


Einstmals, in meinen Jugendjahren,
schaute ich oft zum Himmel empor,
wenn der Tag schon ganz im Dunkel lag
und wundervoll die Sterne glänzten.
Von ihnen wollte ich erfahren,
was für mein Leben vorgezeichnet sei.
Sie schwiegen weise, schwiegen gnädig,
verrieten mir nicht das Geheimnis:

In Körpernähe bleibe die Weite
nur mit gestreckten Armen einschätzbar.
So werde ich - ohne Sternenschein - eng
im eignen Kreis eingeschlossen sein.

Die Phantasie ist mir die Lichtquelle,
meine einzige, doch grenzenlose...
Durch sie steige ich ins Freie hinaus,
wo sie die Ferne immer beleuchtet
und mich die Sterne wiederfinden läßt.

(c) Sara Rietz / Pirna


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