Die nackte Wahrheit


Mari - Wall


Einleitung
Geboren für die Liebe? Schon oft hat Miriam sich diese Frage in ihrem bisherigen Leben gestellt. Ihr Körper und ihre Seele gehören ganz der Liebe! Nun verstehe es nicht falsch. Sie ist keine der Frauen, die man an gewissen Plätzen der Straße findet, nein! Sie ist eine Frau, wie Du und ich. Ihre Sanftmut und Wärme, bringen so manchen Eisberg zum Schmelzen.
Komm mit und lass uns gemeinsam ergründen, weshalb Miriam sich gerade diese Frage immer wieder stellte.


Miriam, kaum fünf Jahre alt, hatte immer ein Strahlen in ihren blauen Augen. Ein sanftes Lächeln schmückte ihr weißes Gesicht, so dass sie mit dem lockigen, langen, blonden Haar wie ein Engel den Anderen erschien.
Die Lebhaftigkeit, die dieses Kind zierte, ließ die Neugier und das verheißungsvolle Greifen nach Wissen, ihrem Antlitz entnehmen. So ahnte Miriam nicht, dass sie an diesem Julimorgen die erste Berührung mit dem anderen Geschlecht machen würde.
Sie schlüpfte leise aus ihrem Bettchen, als alle noch im Hause schliefen. In der Veranda, wo ihr Bruder sein Nachtlager hatte, krabbelte sie zu ihm ins Bett, denn er war selten zu Hause. Sie hatte ihn lange nicht gesehen und wollte die Erste sein, bevor die anderen Geschwister ihn belagerten. Das kleine Herz schlug vor Freude über, weil sie es schaffte, ohne jemanden zu wecken.
Das Bett war so mollig warm, so dass sie sich an ihrem Bruder schmiegte und träumend berichtete, was ihr so gerade einfiel. Plötzlich nahm er seine Hand, führte die ihren an sein Geschlechtsteil. Die kleinen Hände zitterten bei dem was sie da ergründeten. Gesehen hatte sie dies noch nie und erstaunt ließ sie ihre Finger sanft abtasten, so wie er sie führte.
Kein Ton brachte sie hervor. Alles versuchte sie in ihrem kleinen Hirn festzuhalten. Das Geschlechtsteil wuchs riesenhaft wie ein Stab heran und leise Töne hörte sie aus dem Munde ihres Bruders. Es tat ihm vielleicht weh, aber warum macht er dann dieses mit ihr?
Dieses Spiel war neu für sie und doch ließ sie es zu, weil sie wissen wollte wie es endete.
Aus dem Stab kam etwas Warmes, Nasses heraus. Danach schickte er sie zurück in ihr Bettchen und flüsterte: "Sei leise". Verwundert schaute sie zu ihm, kam aber nur bis zur Treppe. Ihre Mutter stand plötzlich vor ihr und schien sehr erregt. Sie fragte Miriam: "Was machst du hier"? “Nichts”, stotterte es heraus.
Ihre Wangen fühlten sich heiß an, als würde sie Fieber bekommen. Ihre Mutter nahm die kleinen Hände und roch daran. Sie schlug darauf und schickte sie für den Rest des Tages ins Bett. Weinend schleppte sich Miriam die Treppe hoch und war fertig mit der Welt.
Warum schlug Mutter mich? Was habe ich denn verbrochen? Das Erlebte schwirrte in ihrem Kopf herum. Sie fand keine Erklärung dafür.
Rasch vergaß sie das Ganze und ging ihrem Treiben nach neuem Wissen weiter. Miriam wurde inzwischen eingeschult. Da die Wohnung sehr weit vom Schulort entfernt lag, musste sie in der LPG warten bis ihr Vater oder ihre älteren Geschwister mit der Arbeit fertig waren und sie mit nach Hause nahmen. So ergab es sich, dass sie mit den Schulaufgaben fertig war und noch sehr viel Zeit hatte, bis es Heimwärts ging.
Sie schlenderte zum Büro, wo ihr Vater arbeitete. Die Tür war leider verschlossen, da ging sie ans Fenster, dies war nur angelehnt. Es war jemand da, man konnte Stimmen hören. Sie öffnete leise das Fenster, sah dass ihr Vater die Hose unten hatte und auf der Frau lag. Es war die Sekretärin von ihm. Erschrocken schrie er: “Verschwinde”!

(c) Mari-Wall / Norderstedt


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