Märchenwälder

(Rubrik: Lyrik/Gedichte)


Katrin Dinges


Von Ferne, da klingen die Sagen,
Legenden gar vieler Zahl,
sie künden von fernen Tagen,
beginnend: "Es war einmal ...."

Was immer die Menschheit erlebte,
daraus ward am Ende ein Lied,
das alles in Strophen verwebte,
bis dass auch der Sänger verschied.

Danach noch, bei jedem Erzählen,
setzt' sich die Geschichte fort.
Weil jeder sich möchte erwählen
die Stunden, den Tag und den Ort,

an dem die Geschichte soll spielen,
gemäß den Gebräuchen der Zeit,
wie sich die Beteiligten fühlen,
ist stets des Erzählers geleit.

So ändert sich stets die Legende
und bleibt doch sich selber treu,
denn stets noch, da schied sich am Ende,
gewisslich das Korn und die Spreu.

Doch vieles geschieht immer wieder,
nur scheint es uns stetig neu
und nur der Sänger der Lieder,
erkennt, wie sich alles bleibt treu.

So wandeln sich Zeiten und Lieder
und formen am Ende die Welt,
kehren, wie Jahreszeit' wieder,
solang sich das Weltall erhält.

(c) Katrin Dinges / Berlin


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