Die Göttin

(Rubrik: Lyrik/Gedichte)


Katrin Dinges


Die Göttin kämmt ihr Haar
und Wasser quillt heraus,
zu Quellen, hell und klar,
zu Flüssen mit Gebraus.

Der Löwenmähne Strahl
zu hellem Sonnenglanz
im hohen Dreschersaal
zu frohem Erntetanz.

Und nimmt sie einen Fächer,
kommt kühler Wind hinzu,
in schöne Luftgemächer
entschwindet sie im Nu.

Zu Erde wird sie werden
und nähren unser Jahr,
versorgen uns're Herden
im Wandel sonderbar.

So jung sie einst gewesen,
so alt wird sie bald sein.
Doch wandelt sie ihr Wesen,
tritt jung bald wieder ein.

So wandelt sich das Leben,
von jung zu alt zu neu.
Ist schön, göttingegeben,
bleibt ewig sich getreu.

Gibt uns den alten Segen,
durchwandert unser Jahr,
spendet Erde, Luft und Regen
und Sonne, hell und klar.

So ist es stets gewesen,
vergaßen wir es nur.
Zum Zyklus wir genesen
und danken ihrer Spur.

(c) Katrin Dinges / Berlin


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