Frühling


Karin Ziegler


Der letzte Schnee verlässt das Feld,
im Schatten er sich länger hält.
Der letzte Schnee Mitte März,
hoffentlich ist das kein Scherz.

Die herrlich aussehende weiße Pracht
hat uns doch sehr zu schaffen gemacht.
Die Amsel baut schon fleißig ihr Nest,
hält Erdkrumen und Grashalme fest.
Dort oben in den Tannenästen,
hält ihr Nest doch wohl am Besten.

Auch die Störche sind heimgekehrt,
was die Menschen dieses lehrt:
Der Frühling kommt mit geballter Macht,
bald strahlt die Natur in farbiger Pracht.
In buntem Reigen wiegen sich die Farben,
die Menschen müssen nicht nach Wärme darben.

Die Störche sind freudig erregt,
beachten nicht, was sich um sie bewegt.
Sie schnäbeln eifrig und klappern laut,
der Storchenmann und seine Braut.
Auf dem Dachfirst sitzen sie,
der Adebar und die Marie.

Amselchen hat viel zu tun,
kann nicht rasten und nicht ruhn.
Bald muß alles fertig sein,
denn in Kürze zieht sie ein.

Das erste Grün, wir warten drauf;
die Natur nimmt ihren Lauf.
Sie erwacht mit neuer Kraft,
es schießt in Ast und Zweig der frische Saft.
Die Sonne strahlt mit stärkerem Licht;
Regen und Schnee fallen nicht ins Gewicht.

Wir tanken auf, es wächst der Mut,
mit der Hoffnung, es wird alles gut.
Uns ladet auch der warme Sonnenschein
zu Spaziergängen in Wald und Flur ein.

Wir nutzen jeden warmen Tag
und die Hormone werden wach.
Die Gefühle wirbeln rauf und runter
und der Mensch wird immer munterer.

Ich genieß den Frühling mit allen Sinnen,
geh nach draußen, bleib nicht drinnen.
Ich rieche die erwachende Natur,
spüre die scheidenden kalten Winde nicht nur,
auch den Fön, den der Frühling bringt,
höre die Amsel, die fröhlich singt,
streichle über Schneeglöckchen, die verblühn,
ertaste erwachendes frisches samtenes Grün.

Fühle Blütenstaub auf meiner Haut;
legt sich sacht darauf, gar nicht laut;
tanzt mit den Härchen im Reigen,
die sich auf und nieder neigen.

Ich blase langsam die Blüten fort;
sie schweben leicht an einen anderen Ort.
Ich sehe ihrem Fluge nach,
warme Gefühle werden wach.

Egal, ob man jung, älter oder alt,
Frühlingsgefühle lassen niemand kalt.
Man merkt, dass man lebendig ist,
und freut sich, wenn der Hafer sticht.

Schön ist es auf der Welt zu sein,
ob man groß ist oder klein.
Genieß das Leben so lange es geht,
denn irgendwann ist es zu spät.

(c) Karin Ziegler / Wuppertal


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