Die Glucke (Fabel)


Karin Ziegler - Mai 2010


Die Glucke behütet ihre Kinder,
im Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Mutter hat sich an sie gewöhnt,
wenn sie gehn wollen, sie dann stöhnt.
Sie sollen weiter bei ihr bleiben
und mit ihr die Zeit vertreiben.

Doch die Kinder sind schon groß,
sitzen nicht mehr auf Mutters Schoß;
wollen auf eigenen Beinen stehn,
lernen, leben, sich die Welt ansehn.
Wollen nicht mehr bemuttert sein;
ihre eigene Meinung zählt allein.

Suchen sich einen Mann und eine Frau,
Mutter lass sie los, sei doch schlau!
Nur so könnt ihr euch gut verstehn,
lässt du sie eigene Wege gehn.
Dann kommen sie auch gern zurück,
an die Stätte der Kindheit voller Glück.

(c) Karin Ziegler / Wuppertal


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