Gelassenheit

Schreibübung während einer Tagung


Karin Klasen


Für mich ist sie ein geheimnisumwittertes Instrument und ein wichtiger Teil von etwas Großem. Schon lange träume ich von ihr, dieser verborgenen Geliebten und wünsche, dass sie sich endlich bei mir einfindet.

Ich muss mich nur so positionieren, dass sie mich leicht finden kann, denke ich. Sie wird doch nicht längst in meiner Nähe oder gar in mir sein, ohne dass ich sie bemerkt hätte? Habe ich denn keine Zeit, achtsam zu sein? Obschon, eingeengt im negativen Stress “Hektik”, durch den ich mich durchaus bedroht fühle, könnte meine Chance, die “Gelassenheit”, durchaus um ihr Überleben kämpfen. So gehen mein Wünschen und meine derzeitigen Handlungsmöglichkeiten getrennte Wege.

Also fort mit den Stolpersteinen Schnelligkeit, Unruhe und Getriebensein! Lebensfreude und zufriedene Entspannung sollen künftig dominieren, um mein Energiereservoir immer wieder auffüllen zu können.
“Gelassenheit, ich hoffe, dein Atem ist länger als der meiner Hektik. Füg’ dich endlich in meinen Lebensrhythmus ein. Du bist wie gemacht für mich, und ich bedarf deiner! Ich will dich spüren und möchte dich großzügig ausleben! Bleib also keine Illusion. Verweise meine Untugenden auf ihre Plätze! Also, Vorhang auf!” Zack, zack!

(c) Karin Klasen / Wirscheid


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