Gedanken zur Magie des Lachens


Karin Klasen


In diesen Zeilen beziehe ich mich nicht auf mein Lächeln, das sich wie von selbst auf mein Gesicht zaubert, wenn ich eines der unzähligen Naturschauspiele wahrnehme. Auch nicht auf jenes, das sich lediglich durch eine Verbreiterung des Mundes darstellt.

Nein, ich möchte vom Lachen erzählen, das Horizonte öffnen und Menschen einander näher bringen kann.

Dieser altbewährte Zauber begleitet uns seit unserer Kindheit. Das glückliche, unbekümmerte Lachen eines Babys zum Beispiel, ist in der Lage viele Herzen höher schlagen zu lassen.

Für mich fühlt sich ein Lachen an wie lange goldene Finger, die meine Seele streicheln. Ein herzliches Lachen kann der Gesang des Glücks, der Erleichterung oder der Ausdruck tiefer Freude sein.

Ich denke, es liegt in seiner Natur, seiner Macht, emotionale Barrieren zu überwinden.

Wenn in mir Gefühle wie Mut- oder Hoffnungslosigkeit dabei sind, die Führung zu übernehmen, kann das mitfühlende und zugleich aufmunternde Lachen meines Mannes mich derart in seinen Bann ziehen, dass unser beider Lachen rasch wieder ineinanderfließen kann. In diesem Fall ist es sogar als ansteckend zu bezeichnen.

So kann ein Lachen die Farben der Traurigkeit zum Verblassen bringen. Es ist wie eine warme Quelle, die deren frostige Herrschaft beenden kann.

Ein befreiendes Lachen schafft den nötigen Raum für intensives Wahrnehmen und kann so für Klarheit sorgen. Für mich ist es ein Paradies in der oft vorherrschenden Enge meiner Gedanken.

Manchmal ist mein Lachen leise, fühlt sich an wie flatternde Schmetterlinge. Wenn jedoch meine Freude explodiert, ist es laut und verleiht ihr auf diese Weise Ausdruck.

Wie die wärmende Oktobersonne, die ihre strahlenden Spots unverhofft durch Nebelstunden lenkt, so scheint mir die Magie des Lachens ein Glückshauch der Seele zu sein.

(c) Karin Klasen / Wirscheid


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