Festspielinszenierung


Irene Kersting


Die Sommerzeit ist auch Festspielzeit
und nach Bad Hersfeld ist es nicht weit.
Dort steht seit Alters die Stiftsruine
mit ihrer herrlichen Freilichtbühne.

Wir haben nicht lange im Spielplan gesucht
und die "Dreigroschenoper" gebucht,
erhofften uns einen schönen Abend,
Geist und Seele erhebend und labend.

Hersfeld empfing uns wolkenverhangen,
doch von der Atmosphäre gefangen
nahmen wir froh die Plätze ein,
denn bald schon sollte der Anfang sein.

Da - ein leises dumpfes Rollen
entpuppte sich drohend als Donnergrollen.
Schon kündeten Fanfaren den Beginn,
da zuckten Blitze über uns hin.

Ein Sturm brach los, schwankte das Zeltdach?
Erste Tropfen vermehrten sich tausendfach,
Regen stürzte aus schwarzer Wolkenwand,
überschwemmte die Bühne und was da stand.

Der Orchestergraben war in Gefahr,
doch eine Glaswand half wunderbar
Das Zeltdach war dicht, doch die Leute am Rand
haben ihre Schirme aufgespannt.

Schirme unterm Zeltdach! Ein seltsames Bild!
Doch es regnete eben gar zu wild!
Der Wind trieb den Regen ins Gesicht.
Die Nässe glänzte im Scheinwerferlicht.

Das Gewitter war perfekt inszeniert,
wer hat es so gut organisiert?
Es begann pünktlich um neun zur Festspielzeit!
War die Intendantin eingeweiht?

Doch endlich hat sich der Spuk gelegt
und die Bühne wurde trocken gefegt.
Nun kamen die Künstler zu ihrem Recht
und spielten und sangen das Stück von Bert Brecht.

Es war ein ausgezeichnetes Spiel,
in dem kein einziger Tropfen mehr fiel.
Lange und stürmisch war der Applaus
und wir fuhren tief beeindruckt nach Haus.

(c) Irene Kersting / Fulda


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