November


Ines-Kathrin Pape


Aus den Tränen des soeben Geschehenen
wieder aufgetaucht
laufe ich durch die Straßen meiner Stadt,
laufe in den Morgen dieser rauen Novembernacht,
laufe nach Hause.
Der blass gewordene Mond begleitet mich.
Noch blinzelt er
durch die kahlen Wipfel der Baumkronen.
Heute Nacht hat er konkurriert
mit einem flammenden Inferno.
Ach Sophie,
unsere Herzen werden in Zukunft anders schlagen.
Das Unfassbare, lang Erahnte,
durch Taggeschehnisse verdrängt,
hat mit Härte an unsere Türen geklopft,
wird uns nun einholen.
Zuhause - sie warten schon.
Du lebst, bist wieder bei uns.
Sie haben die Scheiben zum Klirren gebracht.
Sie haben uns unsere Herkunft
an die Mäntel heften lassen.
Es ist Morgen, Sophie,
ab heute gehen wir mit der Angst im Wettlauf,
in eine ungewisse Zukunft.
Wie lange wird November sein?

(c) Ines-Kathrin Pape / Fürstenwalde


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