Blätterwert


Heinrich Thyron - Herbst 2005

Parodie zu Rilke: Herbst


Die Blätter fallen, manche fallen weit
vom Winde weggeweht in fremde Gärten.
Und sie vergehen alle in der Erde,
auf dass aus ihnen neues Leben werde,
ein Leben, das als frisches Grün gedeiht.

Die "Bild" indes, die auf den Boden fällt,
besteht aus Blättern, die bereits verfallen,
und doch verdient an diesen Blättern allen
ein halbwegs feiner Kreis ganz feines Geld.

(c) Heinrich Thyron / Dormagen


Rainer Maria Rilke: Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten.
Sie fallen mit verneinender Gebärde,
und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Sie alle fallen; diese Hand da fällt,
und sieh dir andere an; es ist in allen.
Und doch ist einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.


zurück zur Seite Heinrich Thyron
zurück zur Seite Vita und Werke
zurück zur Startseite

Blätterwert

BLAutor - Arbeitskreis blinder und sehbehinderter Autoren - www.blautor.de