Morgenstund


Hannelore Müller - 1973


Morgenstund hat Gold im Mund
so heißt es irgendwo.
Doch nicht immer und auf jeden,
trifft dieses Sprichwort zu.
Heut ist mir so, ich weiß nicht wie,
soll ich es nur beschreiben.
Sind es Launen, ist es Weh
oder nur einfach Langeweile.
Mal fühl ich mich unendlich wohl,
dann wieder tief betrübt.
Ist es das Wetter, liegt es am Mond
oder einfach nur, ein ungut Gefühl.
Es begann schon früh am Tag
ich lag in tiefem Schlummer.
Da ein rasselndes Geräusch,
schnell drück ich auf den Summer.
Ungläubig schau ich auf den Wecker,
der kein Erbarmen kennt.
Doch es hilft kein Weh und Ach,
ein neuer Tag beginnt.
Die Beine hoch, die Arme weit,
so treibe ich Gymnastik.
Zum Duschen schnell wo ist mein Kleid
schon wieder keine Zeit zum Frühstück.
Müde, matt und abgespannt,
hetz ich schnell zum Wagen hin.
Die Zündung an, den Gang hinein,
dann gib Gas, bloß nicht zuviel.
Warum denn nur, Du Mensch, Du Kleiner,
kannst Du nichts in Ruhe tun.
Mach Schluss damit, sonst kommt bald Einer,
der gibt Dir ewig Zeit zu ruhn.

(c) Hannelore Müller / Ehlscheid


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