Wunderland DDR


Dieter Rietz     ( 1990 )


Trümmer, demontierte Betriebe, ein Chaos in Landwirtschaft und Industrie waren nach dem Krieg in der sowjetischen Besatzungszone und der daraus entstandenen DDR der Ausgangspunkt für den Wiederaufbau. Ohne Hilfe und Unterstützung durch die USA kam die Wirtschaft bei uns langsam wieder in Gang. Das Leben wurde allmählich leichter und besser. Die Menschen in der DDR hatten wahre Wunder vollbracht.

Eine neue Gesellschaftsordnung, eine bessere, sozialistische sollte die überlebte kapitalistische ablösen. Dafür setzten wir alle Kraft ein. So wurde es in der Schule gelehrt, stand es in den Zeitungen. Die DDR eilte von einem Erfolg zum anderen. Die kapitalistischen Staaten wurden von Krisen geschüttelt, das “Wunderland DDR” blieb verschont. Bis zum Herbst 1989. Da wollte das “Volk” keine Wunder mehr, sondern die D-Mark und freie Marktwirtschaft.

Das “Volk” setzte seinen Willen durch und nimmt auch in Kauf, dass beim Spiel der freien Kräfte 1 bis 3 Millionen arbeitslos werden. Aber, Prof. Dr. Biedenkopf, CDU-Politiker und Wissenschaftler der Bundesrepublik, fand in einem Interview für das “Neue Deutschland”
( 9./10 Juni 1990 ) tröstende Worte: “Ich sage Ihnen voraus, dass wir in drei Jahren keine nennenswerte Arbeitslosigkeit mehr in der DDR haben werden. Eher wird es zu einem Arbeitskräftemangel kommen.”

Das lässt mich hoffen, denn seine Regierung löste das Problem in der BRD nicht. Dort gibt es seit Jahren 7 bis 10 % Arbeitslose. Aber hier in der DDR werden Arbeitskräfte fehlen, obwohl wie das bundesdeutsche Wirtschaftssystem übernehmen. Die DDR bleibt ein Wunderland.

(c) Dieter Rietz / Pirna


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