Was ich glaube?!


Dieter Rietz     ( 1992 )


In Ostdeutschland geht es aufwärts, zwar kaum mit der Wirtschaft, dafür mit der Arbeitslosigkeit umso stärker. So höre und lese ich es in den Medien. Hanjo Lucassen, DGB-Beauftragter im Land Sachsen, meinte, die Talsohle sei noch immer nicht erreicht. ( SZ vom 6.2.92 S. 1 ). Ich glaube es ihm, vergeht doch kaum ein Tag, an dem keine Hiobsbotschaft über Schwierigkeiten der noch existierenden Betriebe gemeldet wird. Und was ist die Ursache dieser Misere? Der Bundeswirtschaftsminister Möllemann weiß es. Er ließ über die Pressestelle seines Ministeriums seine Deutung der Ursachen verbreiten: Es sei zum Großteil die Erblast des sozialistischen Systems, “die bislang lediglich noch nicht offen zutage trat.” ( ( SZ vom 6.2.92 S.4 ). Der Mann hat Recht?

Wer in der DDR mit offenen Augen durchs Leben ging, konnte täglich feststellen, dass an der Wirtschaftspolitik vieles faul war. Vieles! Aber alles? Ist vor allem das schief gegangene Experiment mit dem Sozialismus Schuld, dass jetzt in Ostdeutschland 16,5% der Erwerbsfähigen arbeitslos sind? Wenn ich das glauben soll, dann glaube ich, gab es in Deutschland schon einmal den Versuch mit dem Sozialismus, denn 1929 waren 14,6 % und 1930 22,7 % der Menschen arbeitslos.

(c) Dieter Rietz / Pirna


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