Kithara


Dieter Kleffner


Hermes war ein Götterbote,
kannte zwar noch keine Note,
doch er schuf ein Instrument,
das Kithara wurd‘ genannt.
Es war ganz anders als Pans Flöte,
sein Corpus stammte von der Kröte.
Für Saiten nahm er Rinderdarm,
Was allen Göttern fremd vor kam.
Der schöne Musen-Gott Apoll
fand das Instrument ganz toll.
Er griff beherzt in dessen Saiten,
Pans Flöte durfte ihn begleiten.

Die Kithara, das ist klar,
ähnlich einer Leier war.
Doch mit dem Erfinderdrang
entstand schon bald ein neuer Klang.
Ein Griffbrett wurd‘ zum langen Hals,
der Schalen-corpus war aus Holz,
die Decke stammte von der Fichte;
die Bauart machte bald Geschichte.
Zur Tonabstufung gab‘s noch Bünde,
der Spieler nutzte beide Hände.
Zum Anschlag gab’s den Federkiel
und fertig war das ganze Spiel.

Auch das Zedernholz klang gut…
Das Holz, arabisch, hieß “al ud”.
Französisch ‚Luth‘ und englisch ‚lute‘
entstand zu Deutsch als bald die ‚Laute‘.
Sie spielte auf zu jedem Tanz,
verlieh dem Minnesänger Glanz.
Aus diesen Lauteninstrumenten
wieder Neue dann entstanden.
Mandolinen tremolierten,
Bouzouki, Sitar musizierten
So nahm die Laute ihren Lauf
Zog ständig neue Saiten auf.

Wenn ich Entspannung finden will,
dann geht das beim Gitarrenspiel.
Ich zupf‘ und schließ‘ die Augen zu,
versink‘ in innerlicher Ruh‘,
entferne mich von Zeit und Raum
tauch‘ ein in Harmonie und Traum,
ich fühle, wie die Alten fühlten,
wenn sie die Kithara spielten,
Hör sie lachen und sie singen,
so wie frohe Menschen klingen.
[Fazit:] Des Menschen Erbe bestes Stück
Ist Harmonie durch die Musik!

(c) Dieter Kleffner / Hattingen NRW


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