Der gute Rat


Dieter Kleffner


Der Mensch wünscht sich Gerechtigkeit.
Das tat er schon in alter Zeit.
Doch was ist Unrecht oder Recht,
bestimmt oft, was der Zeitgeist spricht.
Ob man Gerechtigkeit genießt,
beschließt am Ende der Jurist.

Der Urmensch kannte keine Qual
bezogen auf den Sündenfall.
Erst durch Priester und Gebote
geriet die Seele oft in Nöte.
So bekamen frohe Heiden
vom neuen Gott ein Seelenleiden.

Gibt es zum Leiden keinen Grund,
dann fühlt der Mensch sich kerngesund.
Doch sagte einst ein Medicus,
dass man nur sorgsam suchen muss,
bis man einen Mangel findet,
der das Kranksein schlau begründet.

Denn wenn sich viele Menschen streiten,
denn wenn sich Krankheiten verbreiten,
denn wenn der Teufel kräftig lacht,
weil das Sünd‘gen Freude macht,
Dann steigt das Honorar ins Plus
Beim Anwalt, Priester, Medicus.

Doch ohne Arzt und Advokat
und Priester fehlt manch‘ guter Rat,
wenn plötzlich die Bazillen kommen,
wenn das Recht uns wird genommen,
wenn die Seele Trauer hält,
weil uns jede Hoffnung fehlt.

(c) Dieter Kleffner / Hattingen NRW


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